Pressemitteilung

Nr. 4/26: Chemieindustrie zwischen Hoffnung und Krise: AGIS Fokus Chemie 2026 beleuchtet wachsende Herausforderungen für Restrukturierung und Insolvenz

Fortbildungsformat widmet sich am 8. und 9. Oktober 2026 in Leipzig den aktuellen Entwicklungen einer Schlüsselbranche

Berlin, 14. September 2026 – Nach Jahren des anhaltenden Drucks gab es zuletzt vereinzelt Signale der Hoffnung für die deutsche Chemieindustrie. Geopolitische Entwicklungen und eine stärkere Nachfrage nach europäischen Produktionsstandorten ließen einzelne Unternehmen auf eine Stabilisierung der Lage hoffen. Dass die Herausforderungen für die Branche dennoch weiterhin erheblich sind, zeigt aktuell die gescheiterte Investorensuche für die insolvente Leuna Polyamid GmbH. Für rund 400 Beschäftigte ist die Zukunft ungewiss. Der Fall steht exemplarisch für die schwierige Situation vieler Chemieunternehmen und verdeutlicht zugleich die wachsende Bedeutung der Branche für Restrukturierungs- und Insolvenzexperten.

Die Chemieindustrie zählt zu den wichtigsten Industriezweigen Deutschlands. Sie bildet die Grundlage zahlreicher Wertschöpfungsketten von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis hin zur Gesundheitswirtschaft. Gleichzeitig steht die Branche unter erheblichem Druck. Hohe Energie- und Rohstoffkosten, regulatorische Anforderungen, geopolitische Unsicherheiten und eine schwache Nachfrage belasten viele Unternehmen.

Gerade deshalb rückt die Branche auch für Restrukturierungs- und Insolvenzexpertinnen und -experten zunehmend in den Fokus. Chemieunternehmen gelten als besonders anspruchsvolle Sanierungsfälle: Hochspezialisierte Anlagen, energieintensive Produktionsprozesse, komplexe Genehmigungsanforderungen und umfangreiche Umweltauflagen erhöhen die Komplexität von Restrukturierungs- und Insolvenzverfahren erheblich. Spezifisches Branchenwissen wird damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.

„Die Restrukturierungspraxis erlebt derzeit, wie eine Branche in den Fokus rückt, die lange als vergleichsweise stabil galt. Umso wichtiger ist es, ihre Besonderheiten jetzt zu verstehen, rechtliche Fragestellungen gezielt zu diskutieren und Erfahrungen frühzeitig auszutauschen, anstatt erst zu reagieren, wenn Krisen zum Regelfall werden“, sagt Dr. Anne Deike Riewe, Co-Vorsitzende der AGIS.

Vor diesem Hintergrund widmet die AGIS ihre diesjährige Fachtagung „AGIS Fokus Chemie“ am 8. und 9. Oktober 2026 in Leipzig den aktuellen Entwicklungen der Branche und deren Auswirkungen auf Restrukturierungs- und Insolvenzverfahren. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Gewerkschaften, Restrukturierungsberatung, Insolvenzverwaltung und Wissenschaft diskutieren die wirtschaftliche Lage der Chemieindustrie sowie mögliche Wege aus der Krise.

Im Mittelpunkt stehen die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Chemieindustrie und deren Auswirkungen auf Restrukturierungs- und Insolvenzverfahren. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden Fragen der Krisenfrüherkennung, Liquiditätssicherung und Unternehmenssanierung ebenso beleuchtet wie die Rolle von Restrukturierungsverantwortlichen in Transformationsprozessen. Darüber hinaus beschäftigt sich die Tagung mit den Herausforderungen von Chemieparks und Industriestandorten, den Folgen geopolitischer und regulatorischer Entwicklungen für Sanierungen sowie den besonderen Anforderungen an der Schnittstelle von Umwelt- und Insolvenzrecht. Die Veranstaltung soll die Besonderheiten einer Branche beleuchten, deren Bedeutung für die Restrukturierungs- und Insolvenzpraxis künftig weiter zunehmen dürfte.

„Wenn Chemieunternehmen in die Krise geraten, geht es häufig nicht nur um ein einzelnes Unternehmen, sondern um ganze Wertschöpfungsketten, Industriestandorte und zahlreiche Arbeitsplätze. Diese Dimension macht die Branche zu einem besonders anspruchsvollen und zugleich hochrelevanten Betätigungsfeld für Restrukturierungs- und Insolvenzexpertinnen und -experten“, sagt Dr. Rainer Eckert, Co-Vorsitzender der AGIS.

Teilnehmende erhalten eine Teilnahmebescheinigung gemäß § 15 FAO über 10 FAO-Stunden, sofern sie ihre Anwesenheit jeweils vormittags und nachmittags bestätigen.

Das vollständige Programm sowie die Anmeldung zur Veranstaltung finden Sie hier:
AGIS Fokus Chemie - Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht & Sanierung

Über die Arbeitsgemeinschaft:

Die Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht & Sanierung (AGIS) im Deutschen Anwaltverein (DAV) ist ein Zusammenschluss von über 1.400 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, deren berufliches Interesse sich besonders auf das Insolvenzrecht und die Sanierung von Unternehmen richtet. Die AGIS ist seit November 1999 als Arbeitsgemeinschaft im DAV organisiert. Sie ist bundesweit die größte deutsche Vereinigung von Insolvenzrechts- und Sanierungsexperten. Neben dem DIT veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft seit 2012 einmal jährlich den Europäischen Insolvenzrechtstag / European Insolvency & Restructuring Congress (EIRC) in Brüssel.

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